Heftige Gewitter in Thüringen und Sachsen am 06.07.2012

 

Der 06.07. startete erneut heiß und schwül. Nach den Unwettern am Vortag sollte heute allerdings kein Bodentief, sondern eine Konvergenzlinie kräftige Gewitter in Sachsen auslösen.


Bereits gegen Mittag entwickelten sich in Thüringen kräftige Gewitter, welche sich Richtung Gera und Sachsen verlagerten. Auch über Südwestsachsen gab es bereits erste Zellen, welche allerdings recht kurzlebig ausfielen. Ich beschloss daher, Richtung Gera dem stärksten System entgegen zu fahren. Bereits aus der Ferne konnte man schön die heftigen neuen Aufwindtürme am Südende des thüringischen Gewitterherdes beobachten. Gegen 14 Uhr erreichte ich das heftige Gewittersystem mit seinem sehr starken SO-Ende nahe Gera. In Gera selbst gab es kurz zuvor durch die Zelle erhebliche Überschwemmungen und Schlammlawinen. Bei Ronneburg konnte ich den Aufzug des sehr dynamischen Gewitters beobachten.

 

Fahrt Richtung Thüringen

 

starke, sehr dynamische Zelle am Südostende des Clusters

 

 

Zelle rückt immer näher...

 

Niederschlagscore des Gewitters

 

Ein Niederschlagscore zog nördlich an mir vorbei, ein 2. traf kurze Zeit später genau meinen Standort. Es setzte heftigster Starkregen mit Hagel bis 1,5 cm ein. Eine Weiterfahrt war teils nur im Schritttempo möglich, da die Sicht durch den extremen Regen massiv eingeschränkt war. Nur wenige Minuten später hörte der Niederschlag auf und die Zelle zog Richtung Altenburg weiter.

 

Core überquert die Autobahn bei Ronneburg

 

kurze Zeit später im Core

 

heftiger Starkregen und Hagel bei Ronneburg


Ich konnte zwischen Ronneburg und Altenburg nochmal den Core einholen, wo es erneut heftigen Starkregen und kleinkörnigen Hagel gab. Das Gewitter verclusterte derweil mit neuen Zellen, wobei nun die stärksten Entwicklungen über Zwickau stattfanden, wo es durch das System teils erhebliche Überschwemmungen gab. Ich befand ich zu diesem Zeitpunkt nahe Penig im Berufsverkehr. Dort traf mich allerdings auch nochmal ein stärkerer Core des Systems über Ostthüringen und Südwestsachsen.

 

zwischen Altenburg und Ronneburg - erneut gelange ich in den Niederschlagskern des Gewitters


Später schwächte sich der Gewitterkomplex zunehmend ab, währenddessen über Mittelsachsen neue Zellen hochgingen. Diese waren teils sehr stark, vor allem Richtung Nossen entwickelte sich eine potenzielle Superzelle mit erstaunlichen Radarreflektivitäten. Auch diese Zellen verursachten teils Überflutungen, Hagel um 3 cm und Sturmschäden. Eine Anfahrt an diese Zellen war mir in Folge des dichten Berufsverkehrs allerdings nicht mehr möglich.


Auch wenn das Schadensausmaß geringer ausfiel wie am Vortag, so gab es diesmal leider auch 3 Todesopfer in Sachsen in Folge der heftigen Gewitter zu beklagen. So wurde ein Autofahrer nahe Dresden vom Baum erschlagen, ein Kind bei Heidenau vom Blitz getroffen sowie eine 3. Person in Ostsachsen ebenfalls durch Blitzschlag tödlich verletzt. Mit dem 06.07. flossen in Sachsen nun auch stabile, kühle Luftmassen ein, wodurch das Gewitterpotenzial bis auf weiteres deutlich nachließ. 

 

© Michel Oelschlägel  

Datum: 18. Dezember 2017

                  

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