Heftiges Troggewitter mit Downburst am 17.07.2012

 

Rückseitig eines Randtiefs, welches in der Nacht und am Morgen des 17.07. zu teils kräftigen Regenfällen über Sachsen führte, bildeten sich ab den Nachmittagsstunden in zunehmend labiler Luft Trogschauer und Gewitter. Am späteren Nachmittag formierte sich eine Schauer- und Gewitterlinie über Altenburg - Gera, welche südostwärts nach Sachsen zog.

 

Beim Blick auf das Radar gegen 17:30 Uhr sollte die Freiberger Region von diesen Gewittern kaum behelligt werden. Zudem waren eh nur einzelne Kerne wirklich intensiv und blitzaktiv, weshalb ich selber keinen Grund sah, zur Dokumentation dem System entgegen zu fahren. Gegen 18:40 Uhr wurde es zunehmend dunkel draußen und erster Regen setzte ein. Kurz darauf, gegen 18:45 Uhr, gab es einen lauten Donnerschlag - es hatte sich doch tatsächlich noch eine neue Gewitterzelle vor Freiberg am Ostende der Linie gebildet! Von einer Sekunde auf die andere setzte heftigster Starkregen ein, welcher sich nun massiv steigerte. Folgend gab es einen extremen Wolkenbruch mit Sturm und 1 cm großen Hagel. Die Intensität des Downbursts war gerade im Bezug auf die Niederschlagsintensität absolut überraschend. Selten habe ich vergleichbare Niederschlagsstärken erlebt! Etwa eine Minute hielt der extreme, sturmgepeitschte Niederschlag an, bevor der Wolkenbruch langsam nachließ.

 

Impressionen vom Downburst

 

Sturm und heftiger Starkregen - man beachte die Bäume im Hintergrund

 

Auch kleiner Hagel setzt ein...

 

Für ein Troggewitter eine beeindruckende Intensität!

 

Rückseitig konnte man noch einige interessante Wolkenstrukturen der dynamischen Gewitterzelle beobachten, auch den grünlichen Niederschlagscore der Zelle. Ab und an gab es noch einen Donner aus dem abziehenden System. Die Blitzrate selber war niedrig mit gerade mal einem Blitz alle 2-5 Minuten.

 

abziehendes Gewitter

 

hellgrau bis leicht grünlich erscheint der massive Niederschlagscore

 

Vor allem der Aufwind des Gewitters wirkt sehr dynamisch - zudem fällt die gute Trennung von Auf- und Abwindbereich auf!

 

Die angesprochene Gewitterzelle, welche am Ostende der besagten Schauer-/Gewitterlinie entstanden war, blieb noch bis an die Grenze zu CZ blitzaktiv und erreichte immer wieder höchste Radarreflektivitäten von >55 dBZ! Laut der nachträglichen Betrachtung auf dem Radar war sie kurz vor Freiberg nahe Hainichen frisch entstanden. Es war die stärkste Zelle des Tages über Sachsen. Es ist schon ein unglaublicher "Glücksfall", ohne aktives Chasing von so einer kleinen, aber giftigen Zelle getroffen zu werden.


© Michel Oelschlägel

Datum: 25. Mai 2017

                  

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