Nachtgewitter am 15./16. August 2010

 

Auf der Vorderseite eines Tiefdrucksystems über Westdeutschland wurde in Ostdeutschland schwülwarme Gewitterluft auf Polen herangeführt, in welcher sich bereits ab den Mittagsstunden erste Gewitter entwickelten. Diese waren teils kräftig und von Sturm und örtlichem Hagelschlag begleitet. Vor allem rund um Meißen und an der Grenze zu Polen hab es am Nachmittag schwere Gewitter mit größerem Hagel und orkanartigen Böen.

 

Gegen Abend beruhigte sich das Wetter, allerdings was es unglaublich feucht und dunstig, später gab es sogar dichte Nebelbildung. Aus Tschechien zogen derweil neue Gewitter heran, welche im Egergraben unter Verstärkung zu einem MCS verclusterten. Vor dem MCS war allerdings die Lage der aktivsten Zentren des Systems kaum auszumachen, da der dichte Nebel keine Beobachtung des Gewitteraufzuges möglich machte.

 

Ich bewegte mich von Freiberg Richtung Bräunsdorf, da ich hoffte, dort auf höherer Lage dem dichten Nebel etwas zu entkommen. Zumindest war er auf der Anhöhe vor Bräunsdorf etwas schwächer, sodass man immer wieder das Flackern von Blitzen beobachten konnte, eine genaue Richtungszuordnung der Blitze war weiterhin nicht möglich. Ich führ daher ohne genaues Wissen über die Entwicklung und Zugrichtung der Gewitter Richtung Oederan. Bei Memmendorf befand ich mich gegen 23:30 Uhr schlagartig im Gewitter, ein heftiger Wolkenbruch ging über dem Ort nieder, dazu immer wieder Entladungen. Rasch löste sich nun auch der Nebel auf. Die Blitzrate lag zu diesem Zeitpunkt bei 7-10 Blitzen pro Minute. Nach dem Gewitterguss zog der aktivste Teil Richtung Hainichen weiter, kurzzeitig lag die Blitzrate nun bei knapp 20 Entladungen pro Minute. Es regnete auch weiterhin kräftig. Bei Hainichen kam noch heftiger Sturm dazu, auch wenn die Blitzrate nun immer weiter zurück ging. Nur noch alle 1-2 Minuten gab es einen kräftigen Blitzschlag, teils auch positive Erdentladungen mit ohrenbetäubendem Donner.

 

 

heftiger Wolkenbruch bei Memmendorf

 

 

 

 

 

 

kräftige Blitze erhellen die Nacht

 

Von Freiberg aus konnte man Richtung Dresden rege Gewittertätigkeit im Ostteil des MCS erkennen. Etwa 30 Blitze zuckten hier in der Minute am Himmel, darunter auch Crawler, welche sich den ganzen Himmel entlang schlängelten. Bis etwa 3 Uhr hielt der Regen rückseitig des Systems noch an, gelegentlich gab es noch kräftige Entladungen.

 

 

 

 

Blitze Richtung Dresden

 

Vor allem im Osterzgebirge, der sächsischen Schweiz, um Pirna herum bis Dresden hat das Gewittersystem große Schäden hinterlassen. Durch die bisherigen starken Regenfälle im August sind die Böden übersättigt und nehmen kaum Wasser auf. Bis zu 50 mm fielen nun durch die Gewitter binnen 30 min, zuviel für die Bäche in der Region. Viele kleine Flussläufe stiegen binnen kurzer Zeit meterhoch an und überfluteten die üfernahen Gegenden und Gemeinden. Schlammlawinen und Überschwemmungen sorgten für zahlreiche Straßensperrungen, Feuerwehren waren die Nacht hindurch im Dauereinsatz. Gerade in Ostsachsen gab es bei der Passage des Clusters auch markante Böen, sodass es lokal zu Sturmschäden (umgestürzte Bäume) kam.

 

© Michel Oelschlägel

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Datum: 21. Oktober 2017

                  

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