Kräftige Gewitter durch MCS am 19.05.2013

 

Die erste vielversprechende Gewitterlage des Jahres brachte vor allem in Süd- und Mittelsachsen kräftigere Gewitter mit sich. Am Südende einer ausgeprägten Konvergenz über Süddeutschland konnte sich im Tagesverlauf ein kleines Bodentief bilden, welches unter Verstärkung über Tschechien nach Sachsen nordwärts zog. Auf der Nordseite des Tiefs wurde warme Luft aus Osten advehiert, rückseitig floß kalte Atlantikluft aus West ein. Entlang der Luftmassengrenze entwickelten sich in den Nachmittagsstunden kräftige Gewitter über Nordbayern und in Tschechien, welche später weiter nordwärts nach Sachsen zogen.

 

Südwestsachsen wurde gegen 20 Uhr von den aus CZ ausgreifenden Gewittern beeinflusst. Ich beobachtete die aufziehenden Gewitter von Bernsbach aus. Allerdings waren die neu entstehenden Zellen im Vorfeld des MCS über CZ recht strukturlos und blitzten etwa 1-3 mal pro Minute. Die Zellen wanderten nach Nordwesten weg, während vom Fichtelberg eine beeindruckende Böenwalze aufzog. Diese entwickelte sich in der Folge zu einer beeindruckenden, äußerst dynamischen Shelfcloud. Im aufziehenden Gewittercluster waren einige kräftige Niederschlagskerne eingelagert, wenngleich die Blitzrate mit bis zu 5 sichtbaren Entladungen pro Minute nicht besonders hoch war.

 

 

Blitze aus vorgelagerten Zellen...

 

 

Böenfront zieht vom Fichtelberg kommend heran...

 

...und wird strukturell immer organisierter...

 

 

 

Blick auf den blitzaktivsten Bereich der Linie

 

 

 

 

 

 

 

Ich fuhr anschließend Richtung Aue, da dort ein kräftigerer Core sichtbar war. In Aue setzte heftiger Sturm und Starkregen ein, kleiner Äste holte es von den Bäumen. Ich fuhr durch den Core Richtung Hartenstein vor das System, welches sich recht leicht einholen ließ.

 

Fahrt Richtung Aue...

 

Sturm setzt ein...

 

heftiger Sturm und Starkregen in Aue

 

weiter Richtung Hartenstein

 

Durch den Core geht es vor das Gewitter...

 

Mittlerweile schwächte sich der Westteil des MCS immer weiter ab, die Blitzrate ging nach unten. Derweil entwickelte sich der Bereich südlich von Freiberg immer besser, sodass ich über die Autobahn nach Chemnitz und Richtung Freiberg fuhr. Bei Frankenberg beobachtete ich das Aufziehen des Gewitters, die Blitzrate lag bei ca. 5-7 Entladungen pro Minute. Bei Bockendorf kam ich dann in den Core, wobei es wieder Sturm und kräftigen, großtropfigen Starkregen gab.

 

aufziehende Gewitter bei Freiberg

 

Gewitter über dem Großraum Freiberg

 

 

 

 

Das Gewittersystem zog nachfolgend noch über Meißen Richtung Brandenburg, wobei zeitweilig die Blitzrate nochmal etwas zunahm und auf bis zu 10 Entladungen pro Minute anstieg. Auf der Rückfahrt gab es noch kräftigen Regen, bevor gegen Mitternacht der Cluster unter Abschwächung nach Nordosten abzog. Damit endete die erste größere Gewitterlage mit Starkregen und Sturmböen in Sachsen in der Saison 2013...

 

© Michel Oelschlägel

 

Datum: 18. Dezember 2017

                  

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