Markante Luftmassengrenze durch Tief Tristan vom 06.02.-10.02.2021

 

Der Februar startete zunächst mild mit teils zweistelligen Tageshöchstwerten. In der 2. Februarwoche stellte sich dann eine ausgeprägte Luftmassengrenze über Deutschland ein. So floss am 6. Februar von Norden her bodennah kalte Luft nach Mitteldeutschland ein, während im Süden des Landes noch mildere Luft vorherrschte. Im Grenzbereich kam es durch ein kräftiges Tief namens Tristan zu Niederschlägen, welche entlang der Luftmassengrenze von Süden nach Norden von Regen in Schneefall übergingen. In der advehierten Warmluft des Tiefs wurde auch Saharastaub mit nach Deutschland transportiert, wodurch es zeitweise im Grenzbereich der Luftmassen zu sogenanntem "Blutschnee" kam (gelb- bis rotgefärbter Schnee). Am Abend verstärkten sich mit Nordverlagerung des Tiefs auch die Niederschläge, wobei nun im Grenzbereich der Luftmassen auch verstärkt Eisregen auftrat, da die Kaltluft bodennah unter wärmere Luft in der oberen Atmosphäre geschoben wurde. Vor allem in Teilen NRWs und Hessen gab es starken Eisregen mit 1-2, teils mehr als 2 cm Eisansatz. Dadurch kam es mancherorts sogar zu Eisbruch an Bäumen. Sonst fiel vor allem vom nördlichen NRW über Südniedersachsen, Thüringen bis nach Sachsen Schnee bei einem starken Ostwind, der massive Verwehungen verursachte. In Freiberg auf 400 m fielen dabei lediglich 5-6 cm Schnee im Mittel, von Leipzig bis NRW schon 15-25 cm Neuschnee, lokal von Leipzig bis Nordthüringen und bis zum Harz auch lokal über 30 cm! Gerade in diesen Bereichen traten massive Verwehungen auf, Autos blieben im Schnee stecken, manche Ortschaften waren nicht mehr erreichbar.

 

Einsetzender Schneefall an der Luftmassengrenze am 6. Februar in Freiberg...

 

Abends gibt es zeitweise starken Schneefall und kräftigen Ostwind...

 

Die Schneedecke am nächsten Tag: deutlich sind die dunklen Flecken zu sehen, welche durch den advehierten Saharasand verfärbt sind...


Auch am Folgetag blieb die prekäre Situation erhalten. Am Abend griffen von Süden her mit einem 2. Tiefkern von Tief Tristan neue Niederschläge auf Mitteldeutschland, vor allem auf Sachsen, Thüringen und Bayern, über. In Freiberg gab es dabei interessante Beobachtungen, da bei -8°C nach anfänglichem Schneefall zeitweise Eisregen und Eiskörner fielen. In der Höhe war die Temperatur also zeitweise deutlich wärmer, während sich bodennah die eisige Luftmasse halten konnte. Allerdings war diese Phase nur von kurzer Dauer. Danach fiel wieder Schnee, teils mit zentimetergroßen Flocken, was aber auch auf wärmere Luft in der Höhe hindeutete. Allein von 20-23 Uhr fielen dabei 3 cm Neuschnee. Nachts gab es bis 8 Uhr am Folgetag weiterhin teils starken Schneefall bei etwa -10°C (gefühlte Temperatur bis -14°C), wobei bis 4:30 Uhr die Neuschneemenge auf etwa 8-10 cm stieg.  Bis zum Morgen erreichte die 12-h-Neuschneemenge 12-14 cm in Freiberg. Durch den Ostwind gab es weiterhin Verwehungen. Die Gesamtschneehöhe seit dem 6. Februar kletterte damit auf 15-20 cm in Freiberg auf 400 m.

 

Am nächsten Abend setzt erneut starker Schneefall ein...

 

Zeitweise geht dieser kurzzeitig in Eisregen und Eiskörner über, was auf mildere Luft in der höheren Atmosphäre hindeutet...

 

Danach gibt es wieder kräftigen Schneefall...

 

Zeitweise sind die Flocken dabei riesig...

 

Nachts gibt es weiterhin starken Schneefall...

 

8-10 cm Neuschnee bis 4:30 Uhr...

 

Bis zum Morgen sind es 12-14 cm Neuschnee in 12 h...

 

Schneesituation am Tag bei 15-20 cm Gesamtschnee...

 

Teils gibt es noch feinsten Pulverschnee mit wunderschönen Eiskristallen...

 

Eine dicke Schneedecke bedeckt die Landschaft...

 

Hier ist auch die durch Saharasand dunkel gefärbte Schneeschicht unter der frischen Neuschneeschicht erkennbar...


Von Leipzig bis Erfurt und Richtung Thüringer Wald und Vogtland fielen in der Nacht vielfach 15-25 cm Neuschnee, teils auch wieder mehr als 30 cm Neuschnee. Zusammen mit dem Schnee vom Vortag wurden hier teils extreme Schneehöhen von 30-50 cm, teils über 50 cm erreicht. Zahlreiche Orte in tieferen Lagen in dem Bereich meldeten dabei neue Schneehöhenrekorde.


In der Nacht vom 8. auf den 9. Februar sowie am Vormittag gab es rückseitig des Tiefs nochmal leichte Schneefälle in Form von feinstem Pulverschnee in Sachsen, sodass die Gesamtschneehöhe in Freiberg (400 m) letztlich auf 18-22 cm stieg. In Sachsen blieben die Temperaturen auch am Tag bei unter -10°C, am Abend klarte es dann auch auf. In der Nacht zum 10. Februar wurden dann in Mitteldeutschland vielerorts Temperaturen von unter -20°C gemessen. In Freiberg waren es unter -21°C, in einigen Tälern in Sachsen unter -25°C, in Thüringen sogar unter -27°C. Am 10.02. gab es nach eisiger Nacht am Tag teils leichten Polarschnee und es blieb eisig.

 

Eisiger Morgen am 10. Februar bei unter -20°C...

 

Am Vormittag gibt es leichten Polarschneefall bei wolkenlosem Himmel...

 

In den Folgetagen wurde es nur zögerlich wieder "wärmer", zeitweise gab es leichte Schneefälle. Erst ab dem 17.02. wurde es dann deutlich wärmer und Tauwetter setzte ein. Zuvor gab es vor allem am 14.02. wunderschönes Traumwinterwetter...

 

Ein paar Impressionen vom wunderschönen Winterwetter am 14.02.2021...

 

 

 

© Michel Oelschlägel 

Datum: 7. Dezember 2021

                  

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