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Einige Tage nach dem Orkan schaute ich mich in den Wäldern um. Wenngleich die Schäden weit unter denen von Orkan Kyrill (18.01.2007) liegen (welcher allerdings auch nicht der Maßstab aller folgenden Orkane sein darf, da er als einer der schlimmsten Stürme in der Forstgeschichte Sachsens gilt), sind lokal durchaus beachtliche Schäden entstanden. Vor allem Richtung Westen und Nordwesten hin exponierte Waldgebiete sind betroffen, also Gebiete, die der Windrichtung während des Trogsturmes ausgesetzt waren. Dort findet man vielfach Einzelbrücke, teils aber auch kleinere Wurfnester von zum Teil >10 Bäumen. Solche Schäden findet man fast überall in Sachsen, eben vor allem in den angesprochenen Waldflächen, welche in Windrichtung exponiert lagen oder auch etwas "lichter" waren und damit etwas sturmanfälliger. Besonders betroffen sind auch einige der ehemaligen Wurflächen von Orkan Kyrill. Obwohl sich der Wald auch dort über die Jahre wieder erholen konnte und sich die Bäume dort an die neue, exponierte Situation mit der Zeit angepasst haben (was die geringen Schäden während der jüngsten Sturmereignisse zeigten), erreichen die Bestände jedoch nie die Stabilität wie exponiert aufgewachene Bäume oder intakte gewachsene Waldränder. Zwar können sie mit der Zeit schweren Stürmen immer besser trotzen, jedoch haben sie nichts solchen Windgeschwindigkeiten entgegen zu setzen, wie sie bei Orkan Niklas auftraten. Gerade in diesen Gebieten sind entsprechend auch größere Schäden im Waldbestand aufgetreten und markante Wurfnester entstanden. Neben den genannten Schäden gibt es vereinzelt auch regelrechte Wurfflächen, wie unter anderem nahe Frauenstein im Osterzgebirge. Hier hat es eine größere Waldfläche aus >100 Bäumen geknickt. Grund war wohl die sehr exponierte und damit sehr anfällige Lage dieses Waldes im Bezug auf den Orkan. Eventuell könnten auch konvektive Fallwinde das Schadensausmaß hier zusätzlich erhöht haben. 

 

Derzeit liegt die Schadensbilanz durch Orkan Niklas in Sachsen bei bis zu 150.000 Festmeter Bruchholz, was >150.000 Bäumen entspricht. Damit handelt es sich um den stärksten Orkan seit Orkan Emma am 01.03.2008, welcher vergleichbare Schäden von etwa 150.000 Festmetern verursachte. Schwerpunkt war damals aber eher der Südwesten von Sachsen, wo durch eine sehr ausgeprägte Kaltfront Downbursts (Fallwinde >150 km/h) und sogar mind. ein starker Tornado (Carlsfeld) auftraten und zahlreiche Waldschäden nach sich zogen. Die Schäden in Mittel-, Nord- und Ostsachen waren allerdings geringer als diesmal. Ähnliche Schäden wie diesmal traten auch bei Orkan Dorian am 16.12.2005 auf, allerdings war damals Ostsachsen weniger stark betroffen. Letztlich kann man also zusammenfassen, dass Orkan Niklas in Sachsen von der Intensität her sowie bezogen auf die Waldschäden durchaus beachtlich war und mit anderen markanten Orkantiefs wie Dorian oder Emma mithalten kann, wenngleich Emma in Südwestsachsen wesentlich heftiger war. Wesentlich stärker waren in den letzten 15 Jahren nur Orkan Jeanett (28.10.2002) und Orkan Kyrill! Bezogen auf die verursachten Versicherungsschäden in Deutschland war Orkan Niklas mit ca. 750 Millionen Euro (Stand 20.04.2015) sogar der schlimmste Sturm seit Orkan Kyrill (2.4 Mrd. versicherter Schaden).

 

Sturmschaden in Freiberg...

 

Nachfolgend einige Schadensbilder aus dem Freiberger Stadtwald...

 

Vielfach sieht man Einzelbrüche...

 

 

...aber auch kleinere Gruppen umgestürzter Bäume sind keine Seltenheit.

 

3 umgestürzte Bäume hintereinander im Bild

 

Oft sind auch kräftige und stattliche Bäume betroffen...

 

Zum Teil gibt es auch größere Wurfnester (hier nahe Oberschöna)...

 

...mit entwurzelten und abgebrochenen Bäumen.

 

In dieser kleinen Wurffläche liegen >13 umgestürzte Bäume...

 

 

hier liegen Bäume über einem Waldweg nahe Linda (Brand-Erbisdorf)

 

Folgend Aufnahmen aus einem anderen Waldgebiet zwischen Oederan und Oberschöna bei Freiberg:

 

Erste Schäden sind bereits vom Waldrand aus sichtbar...

 

lokal hat es auch hier ganze Baumgruppen erwischt

 

 

Blick in den Wald, zahlreiche Bäume liegen am Boden...

 

 

Trotz einer in diesem Gebiet recht guten Verwurzelung der Fichten hat es hier zahlreiche Bäume entwurzelt...

 

Überall ragen gewaltige Wurzelteller nach oben...

 

Oft sind Bäume aber auch einfach abgeknickt...

 

Mancherorts ist wirklich Vorsicht geboten: Einige Bäume sind entwurzelt, werden aber noch von Nachbarbäumen gehalten! Sie können mit jedem Windstoß umfallen...

 

aller paar Meter liegen Bäume

 

 

Lokal sind die Schäden durchaus beachtlich!

 

Nachfolgend Aufnahmen aus dem Zellwald sowie aus benachbarten Wäldern zwischen Siebenlehn und Berbersdorf nahe der A4:

 

Waldschäden in einem Wäldchen nahe der A4-Abfahrt Berbersdorf

 

Hier handelt es sich meist um Einzelwürfe...

 

... und kleine Wurfnester.

 

Im Zellwald, einem der größten Waldgebiete Mittelsachsens...

 

Hier gibt es lokal sehr markante Sturmschäden, gerade in den Waldrandgebieten, die dem Sturm am stärksten ausgesetzt waren...

 

neben Fichten sind auch andere Baumarten wie Buchen betroffen...

 

zahlreiche Bäume liegen hier auf- und ineinander

 

Blick auf die großen Wurzelballen, die dem Sturm nichts entgegensetzen konnten...

 

Mikado im Wald, deutlich ist auch die Windrichtungsänderung im Laufe des Sturmes erkennbar...

 

Inmitten im windgeschützten Wald findet man meist nur vereinzelte Sturmschäden - lokal, gerade an exponierten Stellen, auch wieder zahlreiche umgestürzte oder entwurzelte Bäume...

 

Aufnahmen einer großen Wurfläche nahe Frauenstein im Osterzgebirge:

 

Nahe Frauenstein hat der Sturm eine ganze Waldfläche geworfen...

 

riesige Fichten sind hier gebrochen

 

Blick in das Schadensgebiet - Aufräumarbeiten sind bereits im Gange

 

Hier sieht man die zahllosen entwurzelten oder gebrochenen Bäume noch besser...

 

Blick auf den nördlichen Teil der Wurfläche - hier wurde bereits viel Bruch- und Wurfholz aufgearbeitet. Die Zeit drängt, denn es beginnt bald die Borkenkäfersaison...

 

© Michel Oelschlägel

Datum: 17. Dezember 2017

                  

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