Orkantief Herwart zieht am 29.10.2017 über Sachsen und verursacht massive Schäden

 

Herwart war der schwerste Herbst-/Wintersturm in Sachsen seit Orkan Kyrill am 18.01.2007. Der Sturm verursachte massive Schäden und der Wald wurde arg getroffen. Nachfolgend nun der Ablauf der Ereignisse am 29.10.2017...

 

Betrachtung der Gesamtsituation - Tiefentstehung und Entwicklung:

 

Tief Herwart bildete sich am 28.10. vor der Küste Norwegens als Randtief zu Tief Grischa, welches über dem Baltikum lag. Herwart zog anschließend mit seinem Kern als sogenannter Schnellläufer (also mit hohem Tempo) Richtung Ostsee und nach Polen weiter. Dabei vertiefte sich der Kern auf unter 971 hPa. Vom Windfeld wurden dabei vor allem Dänemark, Nord- und Ostdeutschland, West- und Südpolen, Tschechien und Österreich erfasst.

 

An der Nordseeküste stellte sich in der Nacht zum 29.10. bei Spitzenböen von über 140 km/h eine schwere Sturmflut ein, welche vor allem in Hamburg Schäden anrichtete. In Dänemark und Schleswig-Holstein wurden auch einige orkanartige Böen, teils Orkanböen im Binnenland gemeldet. Sonst blieb es in Norddeutschland - abseits von Schauern - erstmal meist bei schweren Sturmböen. Doch die Kaltfront führte auch hier zu erheblich höheren Böen. Diese zog nicht als klare Linie über die Region, sondern gestaffelt in Form mehrerer Linien und Schauer. An diesen Schauern, vereinzelt auch Gewittern, traten auch Orkanböen von >120 km/h auf. Insbesondere Sachsen-Anhalt war hiervon zunächst betroffen (z. Bsp. Wittenberg mit 126 km/h, Barleben mit 128 km/h, Kabelsketal mit 130 km/h; Quelle UWZ). Diese gestaffelten Schauerlinien griffen am frühen Morgen auch auf Sachsen über. Es gab vielerorts orkanartige Böen, teils Orkanböen mit >130 km/h bis in tiefe Lagen (bspw. Torgau mit 133 km/h; Quelle UWZ). Doch auch abseits der Schauer wurden im Bereich der Kaltfront insbesondere rückseitig bis runter Böen von 95-110 km/h erreicht. Da auch rückseitig noch viele schwache Schauer auftraten, gab es insbesondere in deren Umfeld auch Spitzen um 120 km/h. Diese Situation hielt teilweise länger als 1 h an. Im Erzgebirge/ oberen Vogtland selber gab es durch die Anströmung des Windes im 90°-Winkel zum Gebirge einen Düseneffekt, da der Wind quasi direkt über die Kammlagen drüber musste und nicht - bildlich gesprochen - auch seitlich am Gebirge "entlangfließen" konnte. Zudem war die Windrichtung diesmal besonders günstig, um auch in die Gebirgstäler gut "hineingreifen" zu können. Dort traten teilweise markante Kanalisationseffekte auf. Dadurch waren kammnah auch außerhalb der exponierten Berge verbreitet und teils länger anhaltend Böen von 120 bis über 130 km/h möglich. Lokal traten zeitweilig auch Windgeschwindigkeiten von über 140 km/h auf. Auf den exponierten Bergen selber traten Orkanböen mit oft deutlich über 150 km/h auf (Fichtelberg 176 km/h; Quelle DWD). Die Kaltfront zog im Verlauf des Vormittages dann über Tschechien nach Süden und verursachte auch hier vielfach orkanartige Böen, teils Orkanböen. Das gleiche Schicksal ereilte später auch Österreich.

 

Erst ein ganzes Stück hinter der Kaltfront nahm der Wind zunächst etwas ab, wobei noch vielerorts schwere Sturmböen in Ostdeutschland erreicht wurden. Doch direkt westlich vom Kern verstärkte sich mit zunehmenden Druckgradienten unterdessen der Trogsturm immer weiter. Der Höhepunkt war gegen 9:30 und 12 Uhr zunächst über Sachsen erreicht. Auch ohne Schauer traten nun vielfach schwere Sturmböen, teils orkanartige Böen von 100-110 km/h auf. Gerade von Nordsachsen über Mittelsachsen bis ins Osterzgebirge gab es auch bis in tiefe Lagen Böen von 110 bis 120 km/h - und zwar ohne Schauerunterstützung (z. Bsp. Nossen mit 115 km/h; Quelle UWZ)! An exponierten Stellen waren auch Böen von knapp über 120 km/h aufgetreten. Im Erzgebirge gab es - bedingt durch oben angesprochene Effekte - auch wieder höhere Windgeschwindigkeiten. Auch der Druck-Gradient über Sachsen war beeindruckend und lag bei >12 hPa! Erst ab Mittag ließ der Sturm zögerlich nach. Im Trogsturm wurden später vor allem noch in Teilen Tschechiens orkanartige Böen, lokal auch Orkanböen gemeldet.

 

Im weiteren Tagesverlauf schwächte sich das Sturmfeld langsam ab. Mit den Tief floss aber auch deutlich kältere Luft über Mitteleuropa ein. So gab es nachmittags noch einige Gaupelschauer- und Gewitter in Sachsen. Im Erzgebirge fiel sogar der erste Schnee. Teils konnte sich eine schwache Schneedecke von bis zu 3 cm Höhe bilden.

 

Chasingbericht zum Sturm in Sachsen - insbesondere im Raum Freiberg:

Ich habe Orkan Herwart im Bereich Freiberg dokumentiert. Alles begann am 29.10. mit der gestaffelten Kaltfront. Freiberg wurde ab 5:30 Uhr von dieser erfasst. Die gesamte Passage dauerte aber bis etwa 6:30 Uhr, wobei gegen Ende hin der anfangs stürmische Starkregen in downburstähnliche Bedingungen überging. Orkanartige Böen und Orkanböen rauschten über die Region hinweg, wobei teils Böen über 130 km/h erreicht wurden. Erstaunlicherweise war mit der Passage der ersten Linie nicht Schluss, sondern auch rückseitig hielt das Unwetter an. "Trocken" gab es weiterhin schwere Sturmböen und orkanartige Böen, gerade im Bereich einiger schwacher Schauer - die allerdings recht dicht auftraten - gab es auch Spitzen um 120 km/h. Die Schäden waren bereits immens! Feuerwehren waren im Dauereinsatz und versuchten, die Straßen freizuschneiden. Doch es gab auch dringendere Aufgaben. Dächer wurden abgedeckt, Bäume fielen auf Häuser und Autos, Autofahrer waren zwischen umgefallenen Bäumen eingeschlossen.

 

Vor allem während und nach der Kaltfront treten orkanartige Böen, teils Orkanböen auf...

 

Diese rückseitigen Böen halten auch noch mehr als eine Stunde lang an...

 

Viele Straßen sind von umgestürzten Bäumen blockiert - hier zwischen Freiberg und Kleinwaltersdorf...

 

Baumgruppe mit Windbruch auf einem Feld bei Kleinwaltersdorf...

 

In den Wäldern bringt der Orkan zahlreiche Bäume zu Fall...

 

Immer wieder kommt es zu Behinderungen - wie hier auf der B173 zwischen Freiberg und Oederan...


Von 8 bis etwa 9:30 ging im Freiberger Raum der Wind etwas zurück, die Spitzen lag "nur" noch bei 90-100 km/h. Zeit für eine erste Schadensbegutachtung in der Gegend. Bereits jetzt war klar, dass Herwart kein normaler Sturm war - überall lagen Bäume, Stromleitungen wurden gekappt. Doch zwischen 9:30 und 12 wurde es nochmals schlimmer. Ein Trogorkan fegte nun über Mittelsachsen hinweg. Die Spitzen lagen bei 100-110, teils bis um 120 km/h! Erneut gab es viel Windbruch und neue Schäden. Erst nach dem Mittag beruhigte sich langsam der Wind.

 

Ein häufiges Bild an diesem Vormittag...

 

Zahlreiche Bäume hielten dem Orkan nicht stand...

 

Zwischen 9:30 und 12 Uhr setzt nochmals ein Trogorkan ein...

 

Zahlreiche Bäume werden nun erneut durch den Sturm geworfen oder gebrochen...

 

Erst ab den Mittagsstunden lässt der Wind nach - vielfach können erst jetzt die Aufräumarbeiten anlaufen...


Herwart war ein sehr beeindruckender Sturm. Im Gegensatz zu Kyrill fand er auch zum Teil im Tageslicht statt, wodurch man ihn viel stärker "erleben" konnte. Ich habe zahlreiche Bäume fallen sehen. Wie ihr im nachfolgenden Video seht, war ich auch in der Nähe von Waldgebieten unterwegs. Die vor allem im Video unten gezeigten Aufnahmen umstürzender Bäume wurden unter größter Vorsicht aufgenommen und die gezeigte Situation ist keinesfalls zur Nachahmung empfohlen! Solche Aufnahmen waren nur möglich, da der Wald dort gute Möglichkeiten bietet, ohne große Gefahr über einige Lichtungen in den Wald vorzudringen, ohne selber im Radius möglicher umfallender Bäume zu stehen. Bei Böenpausen konnte man auch etwas näher an den Wald heran. Da man die nächsten Böen schon aus der Ferne gut "anrollen" hörte, konnte man dann wieder einige Meter zurück und war außerhalb der Reichweite von Bäumen. Auf Eigenschutz wurde während der Aufnahmen stets geachtet!

 

Hier nun das Video, welches noch viele weitere Eindrücke zeigt:

 

Video zu Orkan Herwart im Bereich Freiberg - Mittelsachsen (externer Link: https://www.youtube.com/watch?v=uWPJOh4UUWM)

 

Die Schäden durch Orkan Herwart (Stand: Ende Dez. 2017):

 

Herwart verursachte in Deutschland hohe Millionenschäden. Aktuell geht man von einem Versicherungsschaden von ca. 200-250 Millionen Euro aus (Stand: 09.11.2017). Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, unzählige Bäume fielen um. Die Feuerwehren mussten unzählige Einsätze abarbeiten. Besonders heftig erwischte es die Nordseeküste - auch durch die schwere Sturmflut - und später insbesondere Sachsen und Teile Sachsen-Anhalts. Gerade in Sachsen - hier vor allem im oberen Vogtland, Erzgebirge und Erzgebirgsvorland - gibt es massive Waldschäden. Insgesamt geht man hier von ca. 700.000 Festmetern (fm) Sturmholz aus (Stand 21.12.2017). Aber auch anderswo sind die Waldschäden erheblich. So geht man in Sachsen-Anhalt von deutlich mehr als 100.000 fm, in Niedersachsen von ca. 160.000 fm, in Brandenburg von 170.000 fm und in Thüringen von ca. 90.000 fm Bruch- und Wurfholz aus (Stand Nov./ Dez. 2017). Insgesamt starben in Deutschland 5 Menschen durch den Sturm. Zehntausende Haushalte waren ohne Strom.

 

Auch in den Nachbarländern gibt es teils massive Schäden, insbesondere in Tschechien. Hier machte - wie auch in Sachsen - sowohl die Kaltfront als auch der Trogsturm Probleme. Im Riesengebirge wurden dabei Spitzenböen von 182 km/h gemessen, wobei durch einen nachfolgenden Ausfall der Geräte dort ev. sogar höhere Windgeschwindigkeiten verpasst wurden. Doch auch sonst gab es bis in tiefe Lagen verbreitet Böen von 95-110 km/h, oft auch Orkanböen über 117 km/h. Die Feuerwehren waren im ganzen Land im Dauereinsatz. Zeitweise mehr als 500.000 Haushalte saßen hier im Dunkeln, da es massive Schäden am Stromnetz gab. Ganze Waldgebiete wurden zudem vom Sturm schwer geschädigt und man geht in Tschechien von beachtlichen 2,4 bis 3 Millionen Festmetern Sturmholz aus (Stand: 30.11.2017). Gerade auch im Lee des Erzgebirges gibt es hier immense Schäden und viele Skigebiete wurden durch den Sturm hart getroffen. Hier traten im Leesturm des Erzgebirges teils bis in tiefere Lagen Böen von 120 bis über 130 km/h auf (u.a. Usti nad Labem mit 131 km/h), wobei es in "günstigen" Leestrichen oder an recht exponierten Stellen auch deutlich höhere Böen gab (beispielsweise 151 km/h auf dem Milešovka). Einige Wälder in der Region bleiben auch bis Ende Januar 2018 für den Tourismus gesperrt. Der versicherte Gesamtschaden in Tschechien wird derzeit auf 1,45 Mrd. CZK beziffert, was Herwart hier zum zweitteuersten Sturm nach Kyrill macht (Stand: 12.12.2017). Herwart verursachte darüber hinaus auch in Polen viele Schäden. In Tschechien und in Polen kamen insgesamt 4 Menschen ums Leben. Ein weiteres Todesopfer gab es zudem in Dänemark, wo der Sturm auch heftig wütete.

 

Sachsen gehört - wie oben bereits angesprochen - mit zu den am schlimmsten betroffenen deutschen Bundesländern durch den Sturm. Es gab viele tausend Feuerwehreinsätze. Allein in Mittelsachsen waren es - ohne den Altkreis Döbeln - mind. 300, im gesamten Erzgebirge über 1000! Neben Millionenschäden wurden vor allem die Wälder teils schwer getroffen. Insbesondere das obere Vogtland und das Erzgebirge sowie dessen Vorland sind betroffen. Sachsenforst ging Anfang November bereits von 650.000 Festmetern Bruchholz in den sächsischen Wäldern aus. Mittlerweile - nach genauerer Bilanzierung - wurde dieser Wert auf ca. 700.000 Festmeter Bruchholz korrigiert, wobei es auch einige höhere Angaben dazu gibt (Stand: 21.12.2017)! Das sind etwa 700.000 bis 1.200.000 Bäume. Der aktuelle Schaden entspricht etwa 40% des Schadens durch Orkan Kyrill am 18.01.2017, der die damals größten sturmbedingten Waldschäden in der jüngeren Forstgeschichte Sachsens anrichtete. Folglich ist auch der aktuelle Schaden beachtlich und es ist der größte Windbruch in den sächsischen Wäldern seit 10 Jahren sowie der zweitgrößte seit >25 Jahren. Im Forstbezirk Marienberg (mittleres Erzgebirge) liegen beachtliche 140.000 Festmeter am Boden (Stand: 15.11.2017). Bei Kyrill waren es hier 150.000 Festmeter. Im Bezirk Adorf im oberen Vogtland geht man aktuell von 137.650 Festmetern Bruchholz aus (Stand: 03.12.2017). Das ist hier sogar mehr als bei Orkan Kyrill, welcher in diesem Forstbezirk etwa 125.000-135.000 Festmeter Sturmholz verursachte. Der Bezirk Bärenfels im Osterzgebirge rechnet nach ersten Schätzungen mit 94.000 Festmetern (Stand: 01.11.2017). Eibenstock im Westerzgebirge hat etwa 50.000 Festmeter Schadholz (Stand: 01.11.2017). Hier war es bei Kyrill jedoch deutlich mehr mit über 350.000 Festmetern. Im Forstbezirk Neudorf (auch Westerzgebirge) summieren sich die aktuellen Schäden auf >60.000 Festmeter (Stand: 01.11.2017). Im Bezirk Chemnitz (Erzgebirgsvorland) sind es mehr als 45.000 Festmeter (Stand: 01.11.2017). Aber auch abseits vom Erzgebirge und dessen Vorland sind die Schäden massiv. So meldet der Forstbezirk Taura im Kreis Nordsachsen etwa 25.000 Festmeter Schadholz (Stand: 01.11.2017). Die Bezirke Plauen, Dresden (mit Zeithainer und Königsbrücker Naturschutzgebieten), Leipzig und Oberlausitz (mit Biosphärenreservat) kommen auf 25.000, >21.000, 18.600 und >30.500 Festmeter (Stand: 01.11.2017).  Im Bezirk Neustadt zusammen mit dem Nationalpark Sächsische Schweiz östlich vom Erzgebirge und südlich von Dresden summieren sich die Schäden auf >42.600 Festmeter (Stand: 01.11.2017). Es gibt vielfach Einzel- und Gruppenwürfe in quasi allen Waldbereichen. Teils sind größere Flächen betroffen, wo 5-20% der Bäume - teils mehr - geworfen wurden. Zudem gibt es immer wieder kleinere, teils auch mittelgroße Schneisen und Flächen, wo fast gar nichts mehr steht. Im oberen Vogtland (um Klingenthal) gibt es auch große Flächenwürfe.

 

Aber warum findet man die größten zusammenhängenden Wurfflächen eigentlich im oberen Vogtland bei Klingenthal? Die Windgeschwindigkeiten waren im oberen Vogtland allgemein nämlich ähnlich hoch wie anderswo im Erzgebirge. Zur Beantwortung dieser Frage müssen daher verschiedene Aspekte betrachtet werden. Allgemein hatte es im Vorfeld des Orkantiefs insbesondere im Erzgebirge durch das steuernde Zentraltief Grischa bereits in der Nacht zum 27. sowie vom 27. auf den 28.10. etwa 20-35 mm an Regen gegeben - das meiste im Westerzgebirge. Dazu kamen schließlich noch die starken Niederschläge des Orkantiefs. Dabei kamen im Osterzgebirge nochmal 15-20 mm, im Westerzgebirge 20 bis über 30 mm in weniger als 24 h zusammen. Insbesondere im Vogtland waren es auch bis zu 40 mm in dieser Zeit. Folglich waren die Böden nach insgesamt 40 bis >60 mm in weniger als 72 h gebietsweise gut durchfeuchtet und boten daher den Bäumen vor allem in den nasseren Kammlagen weniger Halt. Im Vogtland gab es mit die höchsten Niederschlagsmengen, weshalb dort auch die Wurfanfälligkeit der Bäume mit am höchsten war. Glücklicherweise war die unmittelbare Vorgeschichte Mitte Oktober keine besonders nasse und es gab auch eine eher überdurchschnittlich warme und trockene Phase. Teils wurden bei sonnigem Hochdruckeinfluss Temperaturen von 20 bis teils über 25°C erreicht, wodurch auch die Anfang Oktober vor allem im Westerzgebirge und Vogtland durch mehrere Tiefs entstandene hohe Bodenfeuchte wieder zurückgehen und etwas abtrocknen konnte. Neue markante Niederschläge im direkten Vorfeld der Tiefs Grischa/Herwart hätten das Schadensausmaß auch noch deutlich erhöhen können! Weiterhin kommt eine Geländeeigenschaft um Klingenthal im oberen Vogtland hinzu, welche ebenso das Schadensausmaß begünstigt hat. Einerseits gab es hier - wie auch oben schon mal erwähnt - einen ausgeprägten Düseneffekt, da die Höhenlage dort ebenfalls auf deutlich über 800 m, teils über 900 m hinaufgeht. Gerade bei Mühlleiten nahe Klingenthal, wo es mit die größten Forstschäden gibt, weist der emporsteigende Gebirgskamm ein flaches Tal auf, welches genau in Windrichtung ausgerichtet ist. Man kann also davon ausgehen, dass gerade in dem Bereich markante Düsen- und Kanalisationseffekte überlagert auftraten und wohl Böen von teils deutlich über 140 km/h möglich machten. Interessanterweise waren im tieferen Vogtland (Richtung Plauen) die Böen nicht so hoch wie anderso in Sachsen und es konnte dort nicht so gut "runtermischen" wie beispielsweise in Mittelsachsen. Der Höhenwind war - wie die Schäden in den höheren Lagen des Vogtlandes aber zeigen - davon wohl unbeeindruckt.

 

Besonders große Schäden finden sich - wie angesprochen - in den kammnahen Hochlagen von Erzgebirge und Vogtland, teils aber auch in einigen Erzgebirgstälern. Die Gründe wurden oben bereits erwähnt. Die Aufarbeitung der ganzen Schäden wird Monate dauern. Die Arbeit von Jahren liegt am Boden!

 

Nachfolgend einige Bilder von einigen ausgewählten Schadensgebieten...

 

Wald bei Langenau nahe Brand-Erbisdorf in den mittelhohen Lagen des Erzgebirges...

 

Wald bei Großhartmannsdorf Richtung Brand-Erbisdorf nahe Mönchfrei...

 

Hier sind mittelgroße Schadensflächen erkennbar...

 

Weitere Schadensfläche in diesem Bereich...

 

Schadensfläche bei Kühnhaide in den oberen Lagen des mittleren Erzgebirges...

 

 

Nahe Großrückerswalde - ebenfalls im Erzgebirge bei Annaberg...

 

 

Zahlreiche Straßen sind auch Tage nach dem Sturm noch von Windbruch blockiert...

 

Vor allem die Kammlagen - wie hier bei Altenberg - hat es hart getroffen. Hier ist ein Lärchenbestand fast vollständig geworfen worden...

 

Hier eine mittelgroße Bruchfläche bei Rehefeld im Osterzgebirge...

 

Bei Neuhermsdorf im Osterzgebirge...

 

Auch hier gibt es Schneisen, wo kein Baum mehr stehengeblieben ist...

 

Aber auch abseits der Schneisen mit totalem Bestandsverlust sieht es oft nicht besser aus...

 

Auch einige Tallagen sind stark betroffen - wie hier zwischen Rechenberg-Bienenmühle und Neuhermsdorf. Hier haben auch lokale Kanalisationseffekte zum Schadensausmaß beigetragen...

 

Insgesamt sind es die schlimmsten Sturmschäden in Sachsen seit 10 Jahren!

 

Schadensgebiet bei Ehrenfriedersdorf Richtung Falkenbach...

 

Hier gibt es ebenfalls schwere Waldschäden...

 

Der Sturm riß hier ganze Löcher in den Wald...

 

Auch im Tharandter Wald zwischen Freiberg und Dresden (Erzgebirgsvorland bzw. am Fuße des Erzgebirges) gibt es erhebliche Sturmschäden!

 

Hier geht es weiter zum 2. Teil der Schadensdokumentation...

 

© Michel Oelschlägel

Datum: 21. Mai 2018

                  

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