Spätabendliche Superzelle über Nordsachsen

 

An diesem Donnerstag zog bis in die Nachmittagsstunden hinein ein Regengebiet über Sachsen hinweg. Dies war der Warmsektor eines Tiefs über den Britischen Inseln. Mit nennenwerter Konvektion rechnete ich eher im Westen, doch gegen 20 Uhr erfuhr ich von 2 eventuellen Superzellen, welche über Mitteldeutschland zogen. Eine Schwächere zog dabei über den Norden von Thüringen, die 2. stärkere Zelle scherte von Nordwesten nach Sachsen hinein. Gegen 19:45 Uhr erreichte sie Sachsen zwischen Delitzsch und Torgau.

 

Mitunter wies diese Zelle bei höchsten Intensitäten ein sehr markantes Hook auf. Gegen 21 Uhr erreichte die Superzelle den Großraum von Riesa. Ich fuhr unterdessen los, um eventuell etwas von der Zelle erhaschen zu können. Bereits bei Halsbrücke nördlich von Freiberg konnte ich den markanten Aufwind der Superzelle im Norden beobachten. Immer wieder bildete sich ein Overshooting Top.

 

Kulisse der Superzelle Richtung Norden

 

Overshooting Top

 

Neuer Aufwind weiter südlich, eventuell neuer Zyklus!

 

Erneut starker Aufwind mit Overshooting Top (alle Bilder oben von Naundorf aufgenommen)

 

Zelle von Niederschöna aus gesehen...

 

Um die Zelle noch besser beobachten zu können, fuhr ich Richtung Dresden. Vor Kesselsdorf fand ich einen netten Feldweg, um die Zelle zu filmen. Leider war die Zelle dennoch sehr weit weg und zog ca. 21:45 Uhr nördlich von Dresden vorbei, lag dabei aber nur wenige Kilometer südlich von der sächsisch-brandenburgischen Ländergrenze.

 

Dennoch war kurz nach Sonnenuntergang im Schein der Blitze die Zelle gut zu beobachten. Anfangs waren noch die Absenkungen von 2 Mesos unter der Zelle zu beobachten, wohl eine Ältere und eine Neue (Zykluswechsel). Im weiteren Verlauf schwächte sich die Zelle dann langsam ab. Zeitweise war die Zelle recht blitzaktiv, wobei die Blitzrate teilweise stark zu schwanken schien. Erst etwa ab 22:15 Uhr nahm sie deutlich ab und die Zelle fiel zusammen.

 

 

Deutlich sind die Absenkungen der Mesos! sichtbar (Zykluswechsel?!)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Blitze und langsam nachlassende Organisation...

 

Die Superzelle verursachte neben markanten Downburstbedingungen mit heftiger Sturzflut und meist kleinem Hagel (zum Teil Hageldecke) auch einige Sturmschäden, wobei auch ein Tornadoverdachtsfall bei Wainsdorf diskutiert wird. Großer Hagel wurde derzeit nicht gemeldet bzw. bestätigt, ist allerdings im Rahmen dieser starken Zelle nicht auszuschließen. Da das Durchzugsgebiet eine eher ländliche Region ist, ist der Informationsfluß entsprechend schlecht.

 

© Michel Oelschlägel

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Datum: 25. Mai 2017

                  

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