Superzelle mit Tornadoverdacht am 27.04.11

 

Rückseitig eines Kaltlufttropfens entwickelten sich am 27. April unter Einfluss milderer Luftmassen einzelne Gewitterschauer in Sachsen. An sich war nicht mit besonderen Überentwicklungen zu rechnen, obwohl gerade Richtung CZ recht gute Scherungsbedingungen vorherrschten. Umso überraschender war eine Gewitterentwicklung ab 17:30 Uhr südlich der Stadt Freiberg. Diese Zelle zeigte eine ausgeprägte Trennung zwischen Auf- und Abwind, was bereits verdächtig war. In der Folge bildeten sich immer prägnantere Strukturen aus, die auf eine Superzelle hindeuteten. Der Höhepunkt der Entwicklung lag gegen 18:00 Uhr und 18:30 Uhr MESZ zwischen Großhartmannsdorf und Oederan. Die Strukturen der Zelle waren so eindeutig, dass man zweifelsfrei von einer Superzelle sprechen kann - anfangs mit ausgeprägtem Niederschlagsfuß, später dann eher LP-dominierend mit wenig sichtbarem Niederschlag. Zudem gab es einen gut ausgeprägten Funnel unter der Mesozyklone, welcher auch zeitweise recht weit zum Boden herabreichte. Aus diesem Grund kann auch möglicher Bodenkontakt eines nicht vollständig auskondensierten Tornados nicht ausgeschlossen werden, weshalb einem Tornadoverdacht nachgegangen wird. Dieser wird teils auch durch weitere Augenzeugen gestützt.

 

 

 

 

Zellaufzug südlich von Freiberg

 

kontrastverstärkt erkennt man bereits eine Absenkung

 

diese Absenkung existiert auch noch 15 min später - aufgenommen nahe Wegefarth

 

 

 

 

deutliche Superzellenstrukturen

 

 

 

Funnel

 

Funnel - kontrastverstärkt

 

 

später verliert der Funnel seine Struktur etwas

 

Blick auf die Meso - kontrastverstärkt

 

 

 

Superzelle gegen Ende des Höhepunktes

 

Unterseite - kontrastverstärkt

 

 

Die Zelle produzierte im besagten Zeitraum reichlich Hagel. Meist lagen die Körner bei bis zu 1 cm Durchmesser, kamen lokal aber in größeren Mengen herunter, wodurch es zur Ausbildung von Hageldecken/weißen Feldern und Wiesen kam. Teils wurde auch Hagel bis 2 cm Durchmesser gemeldet. Zudem war der Hagel lokal von heftigem Starkregen begleitet.

 

Ab 18:30 Uhr ging die Blitzrate rasch zurück und die Superzelle schwächte sich ab. Es war die einzige langlebigere Zelle an diesem Tag in Sachsen, und für April eine beeindruckend ausgeprägte Superzelle. Nachfolgend noch ein kurzes Video von der Zelle:

 

Video der Superzelle

 

© Michel Oelschlägel

 

 

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Datum: 8. Dezember 2016

                  

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