Sturmtief Arke mit schweren Sturmböen an der Nordsee am 12.10.2017 + Aufnahmen zu den Gezeiten

 

Nach Orkan Xavier zog am 12.10.2017 ein neues Sturmtief auf. Dieses war aber deutlich schwächer als der Vorgänger. An der Nordsee reichte es dennoch für schwere Sturmböen von 90-100 km/h, im Binnenland von Schleswig-Holstein gab es Sturmböen von teils über 80 km/h. Weiter südlich blieb es dagegen bei stürmischen Böen von 50-70 km/h. Normalerweise verursachen stürmische Böen keine nennenswerten Schäden. Da allerdings Orkan Xavier eine Woche vorher unzählige Bäume in Nord- und Mitteldeutschland geworfen oder geschädigt hatte, war die Situation nicht zu unterschätzen. Wenngleich die Windgeschwindigkeiten diesmal deutlich geringer waren, so profitierte der Sturm von den Schäden seines Vorgängers und konnte gerade vorgeschädigte Bäume noch umwerfen oder bereits angebrochene oder lose Äste noch von den Bäumen holen. So kam es u.a. in Brandenburg lokal erneut zu einigen Problemen durch Astbrüche und einzelne gefallene Bäume. Dabei wurde tragischerweise sogar eine Radfahrerin von einem Baum erschlagen und weitere Personen wurden verletzt.

 

Dank einer Urlaubswoche war ich zufällig an der Nordsee und konnte dort den Sturm beobachten. Bereits am Morgen des 12. Oktobers traten schwere Sturmböen an der Küste auf. Auch wenn das gezeitenbedingte Flutmaximum noch vor Sonnenaufgang war, so war der Wasserstand während des Sonnenaufgangs noch hoch genug, sodass es weiterhin für imposante Wellen und eine raue See reichte. 

 

Sonnenaufgang über Büsum

 

Sturmböen und teils schwere Sturmböen wühlen die See auf...

 

Meterhohe Wellen rauschen an die Küste...

 

Blick Richtung Büsumer Hafeneinfahrt...

 

Nach meinem morgentlichen Abstecher an die See war ich auch gegen Mittag nochmal da. Im Gegensatz zum Morgen war das Wasser durch die Ebbe nun deutlich zurückgegangen und wir steuerten dem Wasserstandsminimum entgegen. Der Sturm fegte über das noch nasse Watt - ein beeindruckender Anblick. Zudem zogen immer wieder kräftige Schauer durch. Erst im Laufe des Nachmittags nahm der Wind an der Nordsee zögerlich ab.

 

Schauer ziehen immer wieder über die Region...

 

Ebbe und Sturm - auch ein beeindruckender Anblick...

 

Vom Sturm an der Nordsee habe ich nachfolgend mal ein paar Szenen zusammengeschnitten. Es war ein sehr fotogenes und auch beeindruckendes Ereignis - wenngleich die Intensität für Nordseeverhältnisse nichts Besonderes war...

 

Video vom Sturm an der Nordsee bei Büsum (externer Link https://www.youtube.com/watch?v=NBqF9Fb71pc)

 

Eine weitere interessante Beobachtungsmöglichkeit an der Nordsee und natürlich auch an allen anderen großen Meeren mit Zugang zu Ozeanen sind zweifelsohne die Gezeiten. Gerade der Übergang von Ebbe zur Flut ist immer wieder beeindruckend und kann auch recht schnell gehen. Ursache ist die Wechselwirkung von Mond und Erde, welche sich um ihren gemeinsamen Masseschwerpunkt drehen. Mondseitig verursacht der Mond durch seine Gravitationskraft (Anziehungskraft) eine Gezeitenwelle. Auf der Gegenseite (rückseitig) der Erde ist es dagegen die Zentrifugalkraft (Fliehkraft), die eine 2. Welle erzeugt. Auch die Sonne wirkt in dieses System ein und kann verstärkend, aber auch abschwächend wirken (Spring- und Nippflut). Die Gelegenheit an der Nordsee habe ich gleich mal mit genutzt, um auch dazu einige Impressionen in Form eines Videos einzufangen. Diese entstanden bei bereits stürmischem Wetter am 10. und 11. des Monats.

 

Video von den Gezeiten (externer Link https://www.youtube.com/watch?v=lqdAExT_C7E)

 

© Michel Oelschlägel

 

Datum: 19. November 2017

                  

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