Zusammenfassung Winter 2009/2010

 

Nach einem warmen, sommerlichen September zeigte der Winter bereits Mitte Oktober eindrucksvoll seine Kraft. Tief Wimar brachte in den sächsischen Mittelgebirgen bereits am 13. des Monats erste Schneefälle, am 15. schneite es bis ins Vorland hinab ergiebig. Selbst in Dresden konnte sich eine Schneedecke bilden. Die Schneefallintensität war vor allem in den östlichen Teilen des Erzgebirges, im Elbsandsteingebirge sowie Bautzener Bergland am höchsten. In nur 12 h fielen auf etwa 400 m 8-12 cm nasser Neuschnee im Osterzgebirge, später setzte in der Höhenlage leichtes Tauwetter ein. 15-20 cm Neuschnee fiel in Höhenlagen von 500-600 m in 24 h, allerdings fiel auch dort die meiste Zeit schwerer Nassschnee. In den Hochlagen des Erzgebirges gab es sehr viel Neuschnee, so fielen beispielsweise in den Kammlagen des Osterzgebirges (ca. 900 m) über 30 cm Pulverschnee. Gerade um Zinnwald gab es binnen 36 h > 40 cm Neuschnee. Durch den Nassschneefall und die belaubten Bäume gab es teils massiven Schneebruch beim Laubgehölz, vor allem in Lagen um 400-500 m im Osterzgebirge. Weitere Bilder zu diesem Wintereinbruch gibt es hier.

 

Nassschneefall am 15.10.2009 in Freiberg auf etwa 400 m

 

 

 

Schneebruch in Folge des Nassschneefalls

 

Im Laufe des 16.10. wurde es druch das Randtief Xavier wieder milder und ab dem Nachmittag setzte teils kräftiger Regen ein, die Schneefallgrenze kletterte rasch auf etwa 800 m. Das bedeutete Tauwetter in den unteren Lagen, starken Schneefall gab es nur oberhalb von 900 m, wie beispielsweise auf dem Fichtelberg und dessen Umfeld. Dort wurden auch teils schwere Sturmböen gemessen, was zu erheblichen Verwehungen führte. Am Abend sank die Schneefallgrenze wieder ab. Oberhalb von 500 m gab es dann zeitweise wieder stärkeren Schneefall. Bis zum Mittag des 17.10. fielen auf dem Fichtelberg über 30 cm Neuschnee binnen 36 h. Zusammen mit dem zuvor gefallenen Schnee kamen so 51 cm zusammen. Am 18.10. wurden sogar 58 cm auf dem Fichtelberg gemessen.

 

Starkschneefall auch am 16.10. auf dem Fichtelberg

 

In restlichen Monat wurde es nach und nach wieder milder und der Schnee zog sich in die Gipfellagen der Mittelgebirge zurück. Ende Oktober dominierte wieder Hochdruck, aber mit frostigen Nächten.

 

 

langsam zieht sich der Winter in die Kammlagen zurück

 

nach kalter Nacht Ende Oktober

 

Der November brachte vor allem in der Monatsmitte milderes, aber stürmisches Wetter. Vom 22. auf den 23.11. gab es in Sachsen verbreitet Stürmböen durch Tief Ludwig. Richtung Monatsende wurde es noch wärmer, der 1. Advent fiel mit frühlingshaften 13-14 °C sehr mild aus.

 

Tief Ludwig zieht heran...

 

Tiefgreifende Abkühlung brachte der Dezember. Ab Mitte des Monats wurde es spürbar kälter. So lagen am 10.12. die Temperaturen im Erzgebirge noch verbreitet um 6-7 °C. 2 Tage später sah dies schon ganz anders aus. Ab dem 12.12. lagen selbst die Tageshöchstwerte im Frostbereich. Am 11.12. ging der Einbruch kalter Luftmassen mit Nieselregen einher, welcher im Laufe des Abends bis ins Erzgebirgsvorland langsam in Schnee überging. Zeitweise gab es auch Eisregen, vor allem in Höhenlagen von etwa 700 m konnte sich so eine 1-2 cm dicke Eisdecke bilden mit teils erheblichen Verkehrsbehinderungen. In den Folgetagen blieb es kalt mit Dauerfrost und zeitweise leichten Schneefällen, welche allerdings sehr unergiebig ausfielen. Bis zum 16.12. konnten sich zwischen 400 und 700 m nur 2-4 cm Neuschnee ansammeln. Auf dem Fichtelberg erreichte die Schneedecke die 20 cm-Marke, weil dort bereits der Regen am 11.12. ganztags als Schnee fiel.

 

dick vereiste Bäume, aufgenommen am 16.12. auf 700 m

 

 

 

 

Am 17.12. setzten zeitweise kräftige Schneefälle ein, sodass auf 700 m in 12 h etwa 8-9 cm feinster Pulverschnee zusammen kamen. Insgesamt lag die Schneehöhe auf 700 m bei etwa 10-12 cm. Ab dem 18. fielen die Temperaturen markant und am frühen Nachmittag lagen die sie verbreitet um -14 bis -17 °C. Die Tiefswerte fielen in der Nacht zum 19. auf teils unter -20 °C. Auch am 19.12. stiegen die Tageshöchstwerte nicht über -10°C. Erst ab dem 22. Dezember wurde es wieder deutlich wärmer.

 

Aufnahmen vom 19.12.

 

 

Trotz typischem Weihnachtstauwetter reichte es im Erzgebirge noch meist für ein weißes Weihnachtsfest. Richtung Monatsende gab es einige Eisregenlagen. Am 29.12. ging nach anfänglichem Schneefall dieser nachts in gefrierenden Regen über. Auch in der Neujahrsnacht gab es örtlich Eisregen und gefährliche Straßenglätte.

 

Neue nennenswerte Schneefälle gab es am 2. Januar 2010. Ca. 10 cm Neuschnee fielen binnen 12 h auf 600 m, in den höchsten Lagen auch > 15 cm. Allgemein fiel der Januar kalt mit zeitweiligem Schneefall aus. So brachte Schneetief Daisy dem Erzgebirge ab dem 8. Januar Neuschnee, wenn auch nicht die besagten großen Neuschneemengen. In 48 h fielen bis zu 10 cm Neuschnee auf 600 m im Westerzgebirge. Mehr Schnee gab es Richtung Nordsachsen. Auch in Freiberg lagen auf 400 m gut 20 cm Neuschnee. Ebenso gab es örtlich starke Schneeverwehungen. Nach den Schneefällen herrschte bis Monatsmitte ruhiges, aber nebliges Wetter mit starker Rauhreifbildung in den Hochlagen.

 

Neuschnee nach Daisy in Freiberg

 

 

Nebel und Raureif am 16.1. in den Kammlagen

 

Neue Schneefälle gab es am 17.1. durch Tief Gesa. Rückseitig vom Tief gab es eine der wenigen NW-Staulagen des Winters. In 12 h fielen im Westerzgebirge bis zu 15 cm Nassschnee auf 700 m, auf 600 m etwa 10 cm. In den Kammlagen kamen teils > 20 cm Neuschnee zusammen. Die Schneefallgrenze lag etwa bei 400 m.

 

wunderschönes Winterwetter am 23.1. auf 700 m (Spiegelwald)

 

 

 

 

 

Inversionslage am Abend, aufgenommen auf dem Fichtelberg

 

Nach einigen frostigen, nebligen Tagen mit massiver Reifbildung gab es am 23.1. seit langer Zeit einen sonnigen Wintertag. Nach den Schneefällen durch Gesa und den Reif der letzten Tagen boten die Wälder im Erzgebirge einen herrlichen Anblick. Glücklicherweise blieb zumindest im Erzgebirge größerer Schneebruch aus. Gegen Abend bildete sich Inversionsnebel, während es auf dem Fichtelberg noch sonnig war. Nach einer kurzen milderen Episode mit Tauwetter wurde es Ende Januar wieder kälter.

 

Die nächsten Starkschneefälle brachte Tief Jennifer Ende Januar. Es war das erste von 3 Tiefs, welche neben viel Neuschnee auch teils erhebliche Verwehungen mit sich brachten. Jennifers Schneefallgebiete kamen aus NW, ideal fürs Erzgebirge (Staulage). Ab den Abendstunden begann es heftig zu schneien, dazu gab es Sturmböen, lokal auch schwere Sturmböen. In den Hochlagen gab es Orkanböen bis 130 km/h (Fichtelberg). Der Wind und der Pulverschnee führten zu erheblichen Verwehungen auf der vereisten Altschneedecke. Auf 400 m fielen stark verwehte 7-9 cm Neuschnee in 7-8 h. Auf 600 m waren es bereits 12-14 cm, in den Kammlagen bis zu 18 cm Neuschnee. Am Morgen und im Tagesverlauf gab es weitere starke Schneeschauer, sodass bis zum Morgen des 29.1. auf 400 m gut 14-15 cm Neuschnee zusammen kamen. In den Hochlagen im Osterzgebirge gab es 25-30 cm Neuschnee. Verwehungen führten zu erheblichen Verkehrsbehinderung vor allem am Morgen des 28. Januars. Auf 400 m gab es bis zu 60 cm hohe Verwehungen, in den Hochlagen teils > 1 m hohe Schneewehen.

 

starke Schneeschauer durch Jennifer am 28.1.

 

Weiteren Neuschnee gab es durch Tief Kezbian, diesmal aber ohne sehr viel Wind. Auch war eher das Westerzgebirge bevorzugt. Vom 29.1. bis 30.1. fielen 11-12 cm Neuschnee auf 600 m, dass meiste durch starke Schneefälle am Nachmittag des 30.1.10. Die Gesamtschneehöhe auf 600 m lag im Erzgebirge bei etwa 30-40 cm.

 

Dramatisch wurde die Lage am 2. Februar durch Tief Miriam. Dieses Tief brachte neben Neuschnee vor allem auch wieder stürmische Böen mit sich. In den Kammlagen gab es einzelne orkanartige Böen. Zwar war das Tief hinsichtlich Wind und Neuschneemengen schwächer als Jennifer Ende Januar, aber diesmal lag eine dicke Pulverschneedecke durch die 2 vorangegangenen Tiefs, welche verweht werden konnte (bei Jennifer vereiste Altschneedecke). In der Nacht zum 3. Februar gab es erhebliche Verwehungen im Erzgebirge und im Vorland. Unter 400 m ging nachts der Schneefall in Regen über, > 500 m schneite es vor allem in der 2. Nachthälfte recht ergiebig. Verbreitet fielen 10 cm Neuschnee auf 600 m, in den Kammlagen noch mehr. Die Verwehungen türmten sich nun teilweise 2 m hoch, viele Straßen mussten mit schwerem Gerät freigeräumt werden, Autos blieben im Schnee stecken.

 

Auch Mitte Februar hielt das tiefwinterliche Wetter an. Auch leichter, anhaltender Schneefall brachte noch etwas Neuschnee, sodass auf 600 m am 13.2. verbreitet 40-50 cm Schnee lagen, auf 700 m bis 60 cm. In den Kammlagen lag der Schnee > 1 m hoch (Fichtelberg 108 cm, Zinnwald 104 cm).

 

Schneehöhepunkt Mitte Februar, auf 700 m liegen bis zu 60 cm Schnee

 

 

 

Ende des Monats wurde es langsam milder. Mehrere Tiefausläufer brachten auch Regenfälle mit sich, was gerade in den tieferen Lagen zum vollständigen Abtauen der Schneedecke führte. Die Westlage gipfelte am 1. März 2010 mit Orkantief Xynthia. Das Tief brachte vor allem in Spanien, Frankreich und Westdeutschland Orkanböen bis in Tiefland sowie große Sachschäden mit sich. Auf dem Weg Richtung Osten verlor es aber mehr und mehr an Kraft. In Thüringen gab es noch zahlreiche Meldungen von umgestürzten Bäumen, in Sachsen dagegen nur in Westsachsen, speziell dem Vogtland noch Sturmschäden in Form von umgestürzten Bäumen. Dennoch gab es im Flachland verbreitet Sturm- und schwere Sturmböen, in den Kammlagen des Erzgebirges Orkanböen bis knapp unter 130 km/h.

 

Diese milde Episode war jedoch nicht von langer Dauer. Bereits am 6. März brachte Tief Yve in weiten Teilen Deutschlands den Winter zurück. Im Westerzgebirge fielen in 12 h gut 10 cm Neuschnee auf 600 m. Auch in den Folgetagen blieb es winterlich. So gab es am 14.3. am Abend ein heftiges Wintergewitter mit Starkschneefall und Graupelsturm. Teilweise fielen 5-10 cm Neuschnee binnen 1-2 h. Durch den Graupel wurde es auch sehr glatt. Auch Schneeverwehungen führten zu Behinderungen.

 

Neuschnee durch Tief Yve am 6.3.10

 

 

Mitte März auf dem Fichtelberg, Schneefegen und >1 m Schnee

 

Weitere starke Schneefälle gab es am 15. und 16.3.10. Tief Dagmar brachte niederschlagsreiches Wetter mit sich. Anfangs gab es bis ins Tiefland von Sachsen starken Nassschneefall. Erst Ende der 1. Nachthälfte ging der Schnee unter 600 m kurzzeitig in Regen über. Über 600 m schneite es anhaltend stark. In 12 h fielen in den Hochlagen des Erzgebirges > 20 cm Neuschnee. Selbst in Freiberg auf 400 m konnte sich trotz zeitweiligem Regen eine 4-5 cm dicke Nassschneedecke bilden.

 

Das war aber vorerst der letzte Schneefall des Winters 2009/2010, im weiteren Verlauf des Monats wurde es zunehmend milder. Am 25. und 26. März wurden in Sachsen verbreitet 20 °C erreicht, dazu herrschte trockenes sonniges Wetter. Erst am Abend des 26.3. näherte sich eine Kaltfront aus Westen, welche mit Gewittern einherging und wieder für Abkühlung sorgte...

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Winter 2009/2010 im Erzgebirge zwar recht kalt, aber nicht unbedingt sehr schneereich ausgefallen ist. Gerade in den Wintern 2004/2005 und 2005/2006 lag das doppelte an Schnee. Dafür war der Winter recht facettenreich, vom Schneesturm bis zum Wintergewitter war quasi alles vertreten.

 

© Michel Oelschlägel

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Datum: 27. März 2017

                  

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