Schweres Sturmtief Gerhard

 

Im Tagesverlauf des 11.3.05 geriet Deutschland unter den Einfluss eines kräftigen Tiefdruckwirbels über Südskandinavien. Bereits am Nachmittag nahm der Wind merklich zu. Sturmböen fegten den bereits gefallenen Schnee über die Felder, es gab bereits massive Schneeverwehungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegen 17 Uhr begann es zu schneien. Gleichzeitig nahm der Sturm weiter zu und erreichte in Böen Bft 10, teils 11 (bei mir auf 650 m etwa 90-100 km/h, auf 700 m, wo die folgenden Aufnahmen entstanden sind, 95-105 km/h)! Das hatte dann extreme Schneeverwehungen zur Folge, die Sicht war teilweise 0. Es gab erhebliche Verkehrprobleme, zahlreiche Straßen waren unpassierbar.

 

totaler "white out" auf der Verbindungsstrecke Grünhain - Bernsbach

 

Schneefräsen versuchen, die Straßen frei zu halten.

 

Einige Videostills vom Schneesturm:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schneewände erreichten mitunter enorme Höhen. Es gab Verwehungen bis 2 m, die dann mit Baggern geräumt werden mussten. Bis zum Abend gab es zudem etwa 5 cm Neuschnee, der von den Schweren Sturm- und orkanartigen Böen stark verweht wurde.

 

2 m hohe Schneewehe

 

 

Auch an relativ geschützten Stellen entstanden beachtliche Schneeverwehungen

 

Etwa 23:30 Uhr näherte sich die markante Kaltfront, in welcher auch örtliche Gewitteraktivität zu verzeichnen war. An ihr frischte der Wind nochmals stark auf (auf 650 m nun Böen bis 105 km/h, auf 700 m etwa 110 km/h) und es begann kräftig zu schneien. Ab und an gab es auch einmal eine Blitzentladung.

 

 

Bis zum morgen kamen nochmal etwa 10 cm zusammen (in den letzten 24 h also ca. 15 cm). In der Nacht zum Samstag brach der Verkehr im Erzgebirge völlig zusammen. Der Winterdienst gab schließlich viele Straße auf, zahlreiche Straßen waren gesperrt. Im Kreis Freiberg hatte die Behörden schon seit Freitag Nachmittag Katastrophenalarm gegeben.

 

Am nächsten morgen...

 

 

Die Schneewehen erreichten bis 2m auf Freiflächen. Doch auch an geschützten Wohnbereichen wuchsen sie auf 1 m an!

 

 

 

 

Ab Mittag lockerte die Bewölkung allmählich auf, die Sonne kam zum Vorschein. Dennoch gab es noch kräftige Böen.

 

 

Erst am Abend näherte sich eine neue Schauerefront von Nordwesten, welche in den Nacht mit neuen Schauern und Gewittern für größere Neuschneemengen sorgen sollte. Am späten Abend gab es ein Wintergewitter, welches in wenigen Minuten ca. 5 cm Neuschnee brachte. Daraufhin gab es bis zum Morgen des 13.3. weitere kräftige Schneeschauer, sodass in der Nacht etwa 15 cm Neuschnee zusammen kamen.

 

 

neue, kräftige Schneefälle

 

Auch im Tagesverlauf des 13.3. gab es immer wieder neue Schneefälle, sodass nochmals ca. 5-10 cm Neuschnee gemessen werden konnten. Jedoch kam gegen Nachmittag häufiger die Sonne hervor, die Schneefälle ließen nach. Erst gegen Abend gab es noch einen letzten, kräftigen Schneeschauer.

 

 

meterhohe Schneewände

 

 

weitere Schneefälle im Tagesverlauf

 

Auflockerung gegen Nachmittag

 

meterhoher Schnee im Sonnenschein

 

letzter Schauer gegen Abend

 

abziehender Schauer

 

Das war der letzte große Trumph den extrem schneereichen Winters 2005. In den folgenden Tagen sollte wärmeres Tauwetter Einzug halten, sodass eine meterhohe Schneedecke abtauen musste, was nicht ganz ohne Folgen blieb (siehe Tauhochwasser).

 

© Michel Oelschlägel

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Datum: 27. März 2017

                  

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