Chasingbericht zu Orkan Kyrill

 

Bereits in der vergangenen Nacht war es draußen sehr windig. Allerdings sollte es kein Vergleich zu dem werden, was noch vor uns liegen sollte. Am Morgen konnte man überall in den Medien die laufenden Unwetterwarnungen für das herannahende Orkantief Kyrill vernehmen, Warnungen, welche sich bestätigen sollten. Der DWD hatte für ganz Deutschland eine Unwetterwarnung herausgegeben. Für Lagen oberhalb von 400 m gab es sogar eine Warnung vor extremen Unwetter, welche Böen von über 140 km/h ankündigte. Dies sollte sich ebenso bestätigen...

 

Die ersten orkanartigen Böen am 18. Januar konnte ich etwa 13:30 Uhr in Großhartmannsdorf im Landkreis Freiberg messen. Dort stand ich auf dem Deich eines größeren Sees...

 

Erste Böen bis maximal Bft 11 in Großhartmannsdorf ...

 

 

Zunehmender Wellengang auf diversen Gewässern...

 

Im Erzgebirge erreichte der Sturm bereits am Nachmittag gegen 16 Uhr volle Orkanstärke, Böen von ca. 135 km/h wurden bereits auf dem 715 m hohen Spiegelwald (LK Aue-Schwarzenberg) gemessen. Dort knickte bereits ein Baum nach dem anderen im Orkan. Zudem wurde ein massives Bushäuschen in Grünhain umgeweht...

 

Orkan auf dem Spiegelwald (715 m)

 

 

 

 

Viele Bäume liegen bereits am Boden (siehe Video)...

 

Der Höhepunkt der Windentwicklung war etwa 20-21 Uhr im Landkreis erreicht. Bereits im Warmsektor erreichten Böen Spitzenwerte um 140-145 km/h in Bernsbach (auf 600-650 m) und 150-155 km/h oben auf dem Spiegelwald (> 700 m). Mittlerweile wurden auf dem Fichtelberg (Landkreis Annaberg) 184 km/h gemessen, wobei dort ein Stromausfall eventuell höhere Messungen verwehrte. Kurz nach 21 Uhr überquerte mich die gewittrige Kaltfront. Dabei gab es extreme Orkanböen bis 145 km/h (hier auf 600-650 m), extremen Wolkenbruch mit Sicht deutlich unter 50 m sowie kleinem Hagel. Anschließend beruhigte sich der Sturm, um allerdings 1-2 Stunden später erneut heftig aufzufrischen. Im Warmsektor wehte der Orkan aus SW, mit der Kaltfront dann aus W, später NW. Gegen 2 Uhr am 19.1.07 wurden nochmals Orkanböen in Bernsbach gemessen, die bis 135 km/h erreichten.

 

Folgend Bilder der Kaltfrontpassage:

 

Beginn der Kaltfrontpassage...

 

 

Höhepunkt der KF-Passage: Wolkenbruch, extremer Orkan und kleiner Hagel < 1 cm

 

Am nächsten Tag wurde das Ausmaß der Schäden sichtbar. Ganze Waldstücke wurden regelrecht abrasiert, die Feuerwehren waren teilweise im Dauereinsatz. Zudem trugen viele Dächer Spuren vom nächtlichen Orkan davon, viele Dachziegel wurden herabgeweht. Auch ganze Dächer wurden abgedeckt, wie beispielweise in Lauter. Zahlreiche Straßen waren auch Tage nach dem Orkan noch gesperrt, da sie von reichlich Bruchholz freigeschnitten werden mussten.

 

Folgend noch ein Video vom Orkanereignis:

 

(externer Link: https://www.youtube.com/watch?v=eWs26YkNr1E)

 

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© Michel Oelschlägel

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Datum: 21. August 2017

                  

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