Unwetterschneetief Oili

 

Bereits am 7.2.06 näherte sich von Norden der erste Tiefausläufer eines herannahendes Sturmtiefes Oili mit Kern über der Nordsee. Die herbeigeführten Niederschläge gingen einher mit einem Temperaturanstieg in den Plusbereich, was eine Schneeschmelze in den unteren und mittleren Lagen der deutschen Mittelgebirge herbeiführte. Aufgrund des starkes Regens und der abtauenden vorhandenen Schneedecke gab es verbreitet Überschwemmungen, zumal der vorhandene Schnee sowie ein dick gefrorener Boden ein Abfließen des Schmelz- und Regenwassern verhinderte. Vor allem durch den dicken Eispanzer auf den Flüssen drückte das Wasser in umliegende Siedlungsgebiete, beispielweise im Raum Dresden. Dort waren Einsätzkräfte tagelang mit dem Abpumpen von eindrückendem Wasser beschäftigt, es wurde eine Katastrophenvorwarnung herausgegeben. In Bayern, vor allem im Südosten, fielen die Niederschläge inform von heftigem Schneefall. Diese Wetterzweiteilung blieb bis zum 9.2. erhalten. Während zu diesem Zeitpunkt Sachsen mit den Schmelzwasserfluten zu kämpfen hatte, wurden in Bayern aufgrund der enormen Schneefälle Katastrophenalarm ausgerufen. Mehrere Hausdächer und Lagerhallen drohten unter der enormen meterhohen Neuschneelast zusammenzubrechen. Am 9.2. gingen die Niederschläge auch in Sachsen mehr und mehr in Schneefall über, am Abend schneite es bereits oberhalb von 400 m mit mäßiger bis starker Intensität. Diese Niederschläge hielten, begünstigt durch den Erzgebrigsstau, etwa 48 h an. Innerhalb dieser Zeit kamen verbreitet sehr hohe Neuschneemengen zusammen. Oberhalb von 600 m konnten verbreitet Neuschneehöhen von 50 - 70 cm registriert werden. Auch in den tiefern Lagen im Erzgebirgsvorland kamen 20-50 cm zusammen. Teilweise war dieser Schnee auch recht nass, sodass auch eine gewisse Schneebruchgefahr bestand. Zudem mussten auch im Erzgebirge, ähnlich wie in Bayern, zahlreiche öffentliche Gebäude gesperrt und über der Feuerwehr von einer hohen Dachschneelast befreit werden. Beispielsweise im Raum Klingenthal war diese Hilfestellung notwendig, hier wurde auch das Dach eines Supermarktes beschädigt, ebenso in einem Norma-Markt in Beierfeld-Grünhain oder am Johanngeorgenstädter Bahnhof. Zudem gab es während des Schneefalls stürmische Böen, was teilweise massive Verwehungen zur Folge hatte. Folgend nun einige Impressionen vom Starkschneefall am 10.2.06:

 

 

 

 

 

 

50 cm Neuschnee

 

 

meterhohe Schneeverwehungen

 

 

 

 

anhaltende Schneefälle, auch gegen Abend

 

 

 

 

 

 

 

 

 

extreme Schneemassen nach dem Unwetterschneetief in Johanngeorgenstadt

 

© Michel Oelschlägel

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Datum: 18. Dezember 2017

                  

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