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Nach den Starkniederschlägen vom 29.5.-31.5. setzte weiterhin im Einflussbereich von Tief Frederik bereits am 1.6. erneut Regen ein, welcher schauerartig verstärkt vor allem am Vormittag fiel. Nach einer kurzen Regenpause begann es am frühen Nachmittag ab 16 Uhr erneut zu regnen, wobei der Niederschlag einen stark konvektiven Charakter aufwies. Durch den nördlichen Wind staute es zudem orographisch bedingt am Erzgebirgskamm, was den Regen nochmals verstärkte. Vor allem im Westerzgebirge regnete es heftig und anhaltend, wodurch die Flusspegel sprunghaft anstiegen. In der Nacht zum 2.6. wurde zuerst am Oberlauf der Zwickauer Mulde, später entlang der Zwönitz in Thalheim und Burkhardtsdorf sowie am Schwarzwasser in Schwarzenberg die höchste Alarmstufe 4 erreicht, ebenso an vielen kleineren Zuflüssen. Die 12-stündigen Regenmengen lagen dabei bei bis zu 100 mm!

 

Heftiger Starkregen am Abend des 1.6. und in der Nacht zum 2.6.

 

Durch den anhaltend starken Regen steigen die Flüsse rasant an...


Problematisch war unter anderem die Situation am Oswaldbach in Waschleithe, einem Zufluss der Großen Mittweida, dem größten Seitenarm des Schwarzwassers. Dieser trat bereits als einer der ersten Bäche über die Ufer und überschwemmte Brücken, Straßen und Keller.

 

Der Oswaldbach in Waschleithe nahe Beierfeld...

 

Brücken werden überspült

 

In Aue machte vor allem das Schwarzwasser den Menschen zu schaffen. Im Dunkel der Nacht war der hohe Wasserstand anfangs nur zu erahnen. In Aue fließt das Schwarzwasser in die Zwickauer Mulde, wobei die Zwickauer Mulde bis zum Zufluss des Schwarzwassers in Aue kaum Hochwasser führte, da die wenig flussaufwärts gelegene Talsperre Eibenstock hier noch die Wassermassen aus dem Oberlauf abpufferte. Dennoch reichten die Wassermassen aus dem Schwarzwasser und der zusätzlich einmündenden Bäche aus, um im weiteren Verlauf ein schweres Hochwasser an der Zwickauer Mulde auszulösen.

 

Schwarzwasser in Aue

 

 

Zwickauer Mulde unterhalb der Schwarzwassereinmündung in Aue

 


Ich war allerdings zunächst noch an der Zwönitz unterwegs, welche bereits unheilvoll angestiegen war und in Dorfchemnitz, Meinersdorf, Thalheim und Burkhardtsdorf erheblich über die Ufer trat. Die Ortskerne der genannten Ortschaften standen unter Wasser, doch auch hier sollten im Tagesverlauf die Pegel noch weiter steigen.

 

Die Zwönitz in Thalheim überflutet den Ort...

 

 

Zwönitz in Burkhardtsdorf, weiter flussabwärts steht der Ort unter Wasser

 

 

ebenfalls Zwönitz in Burkhardtsdorf - der Höchststand wird erst im Tagesverlauf erreicht

 


Mit dem Tagesanbruch konnte man nun auch immer besser das Ausmaß des Hochwassers erkennen. Auch wenn in der 2. Nachthälfte der Regen nachgelassen hatte, stiegen die Pegel zeitversetzt weiter an. In Zwickau wurde an der Zwickauer Mulde am Morgen ebenso die höchste Hochwasserwarnstufe 4 überschritten, und auch hier stieg der Fluss den ganzen Tag noch weiter an. Zahlreiche Häuser und Straßen in Flussnähe standen unter Wasser. Große Probleme bereiteten aber auch die Bachläufe kleinerer Zuflüsse, welche gerade im Einmündungsbereich erheblich zurückgestaut wurden.

 

Zwickauer Mulde zwischen Zwickau und Wilkau-Haßlau - bis zum Abend steigt der Pegel noch um ca. 40 cm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwickauer Mulde tritt nahe Schönau bei Wildenfels über die Ufer

 

Dorfbach in Schönau überflutet den Ort...

 


Zunächst fuhr ich zurück nach Aue, um hier nochmal einen Blick auf das Schwarzwasser und die Zwickauer Mulde zu werfen. Die Zwickauer Mulde erreichte in Aue die HWWS 3 mit einem Pegel von 253 cm bei einem Normalwasserstand von 68 cm. Dramatischer war die Lage am Schwarzwasser, welches von 109 cm auf 373 cm anstieg. Dennoch konnte durch neue Flutschutzmauern und schnelles Eingreifen der Feuerwehr und des THWs eine Überflutung der Stadt diesmal verhindert werden.

 

Blick auf die Zwickauer Mulde in Aue unterhalb der Schwarzwassereinmündung

 

Schwarzwasser in Aue

 


In Schwarzenberg selber stand das Schwarzwasser weiterhin bei ca. 3 m (normal 41 cm), teils etwas darüber, was wie bereits erwähnt der HWWS 4 entsprach. Das Wasser stand hier damit so hoch wie bei der Hochwasserkatastrophe 1954, nur 2002 war der Wasserstand noch höher.

 

Aufnahmen vom Schwarzwasser in Schwarzenberg...

 

 

 

 

 

 

Ufernahe Grundstücke und Häuser stehen unter Wasser...

 

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© Michel Oelschlägel


Datum: 17. Dezember 2017

                  

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